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Verformung des Dichtungsrings verhindern: Hochdrehmoment-Anziehen ohne Kompromisse bei der Hygiene

28.04.2026

In der Hygienetechnik ist das Ziel einfach, aber anspruchsvoll: eine so dichte Verbindung herzustellen, dass keine Bakterien eindringen können, und gleichzeitig die Dichtung so „komfortabel“ zu halten, dass sie niemals ihre Form verliert.

Beim Einbau hygienischer Befestigungselemente oder Komponenten in ein Maschinengehäuse liegt es nahe, das maximale Drehmoment anzuwenden, um eine dichte Verbindung zu gewährleisten. In sicherheitskritischen Produktionsumgebungen ist jedoch ein zu festes Anziehen oft genauso gefährlich wie ein zu lockeres. Es führt zu einer Verformung des Dichtrings, der Hauptursache für versteckte Verunreinigungen.

Hier erfahren Sie, wie Sie die Montage mit hohem Drehmoment meistern und gleichzeitig die Dichtheit Ihrer Dichtungen schützen.

1. Die Gefahr der „Elastomer-Extrusion“

Wird eine Schraube in ein Maschinengehäuse eingeschraubt, wird der Dichtring zwischen dem Schraubenkopf und der Maschinenoberfläche zusammengedrückt. Ist das Drehmoment zu hoch, hat die Dichtung keinen Platz mehr, sondern ausDie

Durch diese „Extrusion“ entsteht eine mikroskopisch kleine Wölbung. In der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie bildet diese Wölbung einen „Schatten“ oder eine Spalte, in der sich Produktreste ansammeln können. Selbst modernste CIP-Reinigungssysteme (Clean-in-Place) erreichen diese Bereiche nicht effektiv, wodurch aus einem einfachen Schraubenloch ein idealer Nährboden für Bakterien wird.

2. Auslegung für „toten Stopp“-Kompression

Die effektivste Methode zur Bewältigung hoher Drehmomente besteht in der Verwendung von Bauteilen mit mechanischem Anschlag.

Anstatt sich auf die Gummidichtung als Anschlag für die Schraube zu verlassen, sollte die Konstruktion so ausgelegt sein, dass die Metalloberflächen schließlich aufeinandertreffen (Metall-auf-Metall-Kontakt). Dadurch wird sichergestellt, dass die Dichtung exakt auf den vorgesehenen Wert – üblicherweise 20 bis 25 % – komprimiert wird, unabhängig vom zusätzlich aufgebrachten Drehmoment. Diese „Stopp“-Konstruktion schützt das Elastomer vor Beschädigung.

3. Oberflächenintegrität des Maschinenkörpers

Da Ihre Befestigungselemente direkt in eine Maschine eingesetzt werden, ist der Zustand der Maschinenoberfläche entscheidend. Ist die Auflagefläche der Schraube rau oder uneben, ziehen Techniker die Schraube oft mit zu hohem Drehmoment an, um eine Abdichtung zu erzwingen.

  • Der Standard:Stellen Sie sicher, dass die Gegenfläche am Maschinenkörper mit einer hohen Oberflächengüte bearbeitet ist (idealerweise Ra 0,8 µm oder besser).
  • Der Vorteil:Eine glatte Oberfläche ermöglicht es, dass die Dichtung mit mäßiger Kraft perfekt sitzt, wodurch die Notwendigkeit eines "übermäßigen" Drehmoments entfällt, das zum Versagen des Dichtungsrings führen würde.

4. Kontrolliertes Drehmoment: Verwenden Sie die richtigen Werkzeuge

In einer schnelllebigen Montage- oder Wartungsumgebung ist das Anziehen nach Gefühl ein Risiko. Unterschiedliche Materialien – wie HNBR, EPDM, FKM (Viton) oder Silikon (VMQ) – verhalten sich unter Druck unterschiedlich.

Verwenden Sie stets einen kalibrierten Drehmomentschlüssel. Ein hohes Drehmoment ist oft erforderlich, um ein Lösen der Schraube durch Vibrationen zu verhindern. Es muss jedoch innerhalb des für die jeweilige Dichtungshärte (z. B. 85–90 Shore A) definierten Newtonmeter-Bereichs (Nm) bleiben.

5. Reibung und Gewindehygiene

Beim Eindrehen einer Schraube in ein feststehendes Maschinengehäuse kann die Gewindereibung zu einem falschen Drehmomentwert führen. Ist das Gewinde nicht sauber oder leicht beschädigt, kann der Drehmomentschlüssel klicken, bevor die Verbindung tatsächlich ausreichend fest ist. Umgekehrt kann ein geschmiertes Gewinde zu einer unbeabsichtigten Überkompression führen.

Stellen Sie sicher, dass das Innengewinde der Maschine frei von Verunreinigungen ist. Dadurch wird gewährleistet, dass das gesamte aufgebrachte Drehmoment eine gleichmäßige und hygienische Abdichtung am Kopf des Bauteils erzeugt.

Fazit

Im hygienischen Design ist die Dichtung der empfindlichste Punkt der Maschine. Durch die Fokussierung auf kontrollierte KompressionAnstatt nur auf "maximale Dichtheit" zu achten, schützen Sie Ihre Geräte vor Spalten und "toten Zonen", die die Lebensmittelsicherheit gefährden.

Ein hohes Drehmoment ist ein Werkzeug für Stabilität – lassen Sie es nicht zu einer Waffe gegen Ihre Hygienestandards werden.